Landwirtschaftspraktikum
Allgemeine Beschreibung:
Alle Schülerinnen und Schüler der FWS BS absolvieren in der neunten Klasse ein Landwirtschaftspraktikum. Dieses dauert drei Wochen und findet meist im Mai statt. In dieser Zeit arbeiten und leben die Jugendlichen in einem biologisch wirtschaftenden Betrieb der Landwirtschaft oder einer Gärtnerei (überwiegend „demeter“). Sie sind in der Regel zu zweit oder alleine auf einem Hof untergebracht. Sie nehmen in dieser Zeit meist intensiv am Hofleben teil. Das heißt, dass neben der Arbeit auch einige Freizeit miteinander verbracht wird. Dazu zählt zum Beispiel die gemeinsame Einnahme der Mahlzeiten, mit oft allen anderen Betriebsangehörigen.
Der Elternbeitrag für Kost und Logis beträgt pauschal 200,--€ pro Kind für die ganzen drei Wochen. Die Höfe befinden sich größtenteils in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.
Die Schülerinnen und Schüler, die zu diesem Zeitpunkt 15 Jahre alt sind, sind aufgefordert das Praktikum möglichst selbstständig durchzuführen. Dazu gehört das Verfassen einer schriftlichen Bewerbung und das Organisieren und Durchführen der Anreise „auf eigene Faust“. Die Arbeitszeiten sollen auch selbstständig mit den Bauern vereinbart werden. Grundsätzlich sollen die Eltern ihre Kinder auch erst am Ende des Praktikums im Betrieb besuchen, zum Beispiel, um sie von dort abzuholen.
Vor und während des Praktikums werden die Schülerinnen und Schüler seitens der Schule eng betreut. In ihrer Zeit auf dem Hof werden sie mindestens einmal von uns besucht und wir sind permanent erreichbar und bei Bedarf innerhalb kürzester Zeit vor Ort.
Sinn und Zweck:
Das Landwirtschaftspraktikum ist kein Berufspraktikum, das ein möglichst genaues Berufsbild vermitteln soll. Es dient nicht dem Zwecke, in möglichst vielen Schülerinnen und Schülern den Wunsch zu wecken, landwirtschaftliche Berufe zu ergreifen. Vielmehr sammeln die Jugendlichen Eindrücke, die stark persönlichkeitsbildend wirken, unter anderem dadurch, dass sie an der Erwachsenenwelt und einer ihrer Arbeitsformen teilnehmen.
Man kann die Ziele des Praktikums in zwei Bereiche Unterteilen:
Fachlich-sachliche Ziele
- Wahrnehmung von Zusammenhängen in der Landwirtschaft im Rückblick auf vier Jahre Gartenbau im Unterricht. Erleben des „Großen und Ganzen“
- Herstellung von Grundnahrungsmitteln und ihre Weiterverarbeitung (z. B. Brot, Käse)
- Umwelt- und sozialverträgliche Produktion von Obst und Gemüse
- Öko-Landbau: Marktpreise, Wirtschaftlichkeit, Alternativen zur Chemie in der Ernährung und Umwelt- sowie artgerechte Behandlung von Pflanzen und Tieren
Pädagogisch-soziale Ziele
- „Blick hinter den Vorhang“: Erleben der Erwachsenen(arbeits)welt in der Pubertät
- Auf sich selbst gestellt sein, Konflikte selbst lösen, eigene Wünsche äußern
- Menschen erleben, die ihren Beruf in Zufriedenheit mit Engagement, Herz, Idealismus und Authentizität ausüben. Und das nicht nur aus rein wirtschaftlichen Interessen
- Körperlich harte Arbeit „durchmachen“ und dabei eigene Kräfte einteilen lernen
- Hofgemeinschaft erleben.
- „Erdung“ erleben
- Achtung vor Lebensmitteln und Tieren gewinnen
- Und nicht zuletzt auch einfach mal drei Wochen lang etwas völlig anderes erleben!





